Bürgermeister Dr. Michael Ludwig
21.09.2020

Wien hat bestes Gesundheitssystem

Es bedurfte einer Pandemie, um den meisten WienerInnen die Wichtigkeit eines öffentlichen Gesundheitssystems in Erinnerung zu rufen: das Wiener Gesundheitssystem erwies sich als robuster und widerstandsfähiger als jene, die sich teilweise in privater Hand sind. Ein Auftrag an uns, das Wiener Gesundheitssystem weiter auszubauen und zu verbessern.

Die öffentliche Gesundheitsversorgung war in den letzten Jahren besonders in Wien immer wieder harter Kritik von unterschiedlicher Seite ausgesetzt: es ging dabei um die Anzahl der Spitalsbetten, die vor allem von neoliberalen Ökonomen und politischen Vertretern kritisiert wurde. Die Pandemie hat nun aufgezeigt, dass unser sozialdemokratischer Weg der öffentlichen Gesundheitsversorgung richtig war und Wien nie an seine Kapazitäten in der Gesundheitsversorgung gestoßen ist.

Mehr medizinisches Personal, mehr medizinische Zentren, mehr Pflegepersonal

Die Pandemie ist nicht überstanden – umso mehr ist es nun meine Ambition, die Gesundheitsversorgung weiter auszubauen. Damit will ich auch weiterhin den Zugang für alle WienerInnen zur Spitzenmedizin garantieren.

Im Fokus steht dabei die Aufstockung an Personal und die Entlastung der Spitäler. Das bedeutet konkret:

  • 16 zusätzliche medizinische Schwerpunkt –  Zentren (z.B. Diabetes)
  • Innerhalb des Wiener Gesundheitsverbunds werden zusätzliche 200 Stellen für Fachärzt:innen geschaffen. Im ambulanten Bereich sind 450 zusätzliche Stellen geplant
  • Die Stadt verstärkt ihre Anstrengungen bei der Ausbildung von Fachkräften in Gesundheits- und Pflegeberufen. Um der demografischen Entwicklung und dem steigenden Personalbedarf gerecht zu werden, werden ab sofort deutlich mehr PflegerInnen, Hebammen und weitere medizinische Fachkräfte ausgebildet. Die Ausbildungskapazitäten werden bis 2024 schrittweise um 2.750 Plätze erhöht. Statt aktuell 4.900 stehen dann 7.650 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Von diesem Ausbau umfasst sind ÄrztInnen, Pflegekräfte, medizinisch-diagnostische Berufe, sowie Hebammen.
  • Die Primärversorgungszentren werden zur Entlastung des Spitalsbereichs massiv verstärkt. Ziel ist die flächendeckende Schaffung von „Eingangsportalen“ zur Akut- bzw. Erstversorgung durch ÄrztInnen und Pflege, einer Leitfunktion als additives Service zur Folgebehandlung sowie einer Brückenfunktion zum niedergelassenen Bereich zur Stärkung der wohnortnahen Versorgung.

Ausbau psychosozialer Dienst

Besonders wichtig ist mir der Ausbau des psychosozialen Dienstes. Der Lockdown war für viele Wienerinnen auch mental eine große Herausforderung. Die Folgen der Pandemie in Wirtschaft und am Arbeitsmarkt und die damit teilweise ungewisse Zukunft für viele verstärkt den Bedarf an psychosozialer Betreuung, Im schlimmsten Fall drohen psychisch erkrankten Menschen Wohnungsverlust, Kriminalität oder Alkohol- und Drogenmissbrauch. Der Psychosoziale Dienst (PSD) hat bereits wichtige Schritte zur Enttabuisierung gesetzt. Hier müssen die Angebote für Betroffene und ihre Angehörigen weiter ausgebaut werden.

Corona – Pandemie und Wien

In Wien stocken wir gerade das Personal rund um die Erfassung von Neuinfektionen und Contact Tracing (wie z.B. bei 1450) um weitere 1000 Personen auf. Eine zusätzliche Teststraße auf der  Donauinsel soll die Testung beschleunigen. am 27. Jänner hat die Stadt Wien einen medizinischen Krisenstab eingesetzt – und mit der 880 Betten umfassenden Betreuungseinrichtung in der Messe Halle Wien haben wir rechtzeitig Kapazitäten geschaffen, um die Spitäler von Fällen mit leichtem Verlauf auf mit Betreuungsaufwand zu entlasten.

Wien hat somit seinem Ruf als Stadt der kommunalen Daseinsvorosge, deren wesentliche Säule auch das öffentliche Gesundheitssystem ist, einmal mehr entsprochen und wird diesen Weg auch in Zukunft erfolgreich fortsetzen.

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig