28.01.2026

Wiener Religionsrat unterzeichnet Grundsatzerklärung

Der Wiener Religionsrat startet mit einer ambitionierten Agenda ins Jahr 2026.

Seit Oktober 2023 stehen Wiens Religionsgemeinschaften über den von mir initiierten Wiener Religionsrat im regelmäßigen Dialog. Gerade in herausfordernden Zeiten ist ihr Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Frieden und gegenseitigen Respekt wichtiger denn je. Die Zusammenarbeit zeigt, dass Religionen in unserer Stadt nicht nur nebeneinander existieren, sondern durch aktives Zuhören, voneinander lernen und gemeinsam für ein friedliches Miteinander eintreten.

Bei der ersten Sitzung im neuen Jahr am 28. Jänner 2026 im Wiener Rathaus wurden gemeinsam zentrale Zukunftsthemen diskutiert. Dazu gehörten unter anderem der Digitale Humanismus, der interreligiöse Zusammenhalt und konkrete Maßnahmen, die ein friedliches Miteinander in unserer Stadt fördern

Digitaler Humanismus als strategisches Zukunftsthema

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Beratungen war der Austausch mit Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien, zur Rolle von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im urbanen Kontext. Dabei habe ich betont, dass der digitale Wandel Gestaltung und Regulierung erfordert:

Wir dürfen nicht zu Getriebenen dieses Innovationsprozesses werden, sondern müssen diesen mit sozialem Augenmaß und klaren Zielen gestalten. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen.

Gerade Religionsgemeinschaften seien wichtige Akteure bei der Vermittlung von Orientierung, Werthaltungen und gesellschaftlichem Dialog.

Was beinhaltet die Grundsatzerklärung des Wiener Religionsrates?

In diesem Rahmen wurde eine Grundsatzerklärung unterzeichnet, mit der sich die Religionsgemeinschaften klar zu den Werten Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und der Gleichwertigkeit der Geschlechter bekennen. 

Gemeinsam positioniert sich der Religionsrat ausdrücklich gegen:

  • religiös motivierte Gewalt
  • politischen Missbrauch von Religionen
  • Rassismus, Antisemitismus, Antialevitismus
  • antimuslimische und antichristliche Tendenzen
  • Ausgrenzung und Feindseligkeit gegenüber Religionen

Der Wiener Religionsrat zeigt damit eindrucksvoll, dass interreligiöse Zusammenarbeit funktioniert und in unserer Stadt täglich gelebt wird. Wien bleibt eine Stadt des Dialogs und des Friedens.

Darüber hinaus enthält die Erklärung konkrete Maßnahmenvorschläge, etwa zur Bildungsarbeit gegen Vorurteile, zur Ausweitung seelsorgerischer Angebote in Krankenanstalten und Justizanstalten sowie zur Eindämmung von Hass und Radikalisierung in digitalen Medien.

Blutspenden als Zeichen der Solidarität

Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern aller Religionsgemeinschaften wurde im Anschluss Blut gespendet – ein sichtbares Zeichen für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Blutkonserven können nicht künstlich hergestellt oder ersetzt werden und sind nur begrenzt haltbar. In Österreich wird durchschnittlich alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt, um Patientinnen und Patienten in akuten Notsituationen, bei Operationen oder chronischen Erkrankungen zu versorgen. 

Angesichts der angespannten Versorgungslage bei Blutkonserven appellieren wir an alle Wienerinnen und Wiener: Gehen Sie Blut spenden!

Es ist ein kleiner Aufwand, der für andere Menschen eine Frage zwischen Leben und Tod sein kann. Wir mögen verschiedenen Glaubensrichtungen angehören, unterschiedliche Weltanschauungen haben oder unterschiedliche Hautfarben tragen – aber unser Blut ist immer rot. Das zeigt, wie viel uns verbindet. Wer Blut spendet, schenkt seinen Mitmenschen eine echte Überlebenschance. Ich danke allen, die sich beteiligen – sei es durch eine Spende oder durch die Weitergabe dieses Aufrufs.

Weitere Informationen und Termine findet ihr hier!

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig